Vom schmutzigen Wasser zum sauberen Strom

Durch Know-How der TU Wien soll die Kläranlage der Stadt Wien den eigenen Stromverbrauch selbst decken. Etwa ein Prozent des Wiener Stromverbrauchs wird heute für die Abwasserreinigung aufgewendet: Die im Besitz der Stadt Wien befindliche Hauptkläranlage benötigt im Schnitt ungefähr sieben Megawatt elektrischer Leistung.

Durch das Projekt „EOS 2020“ ( „Energieoptimierung Schlammbehandlung“) soll die Kläranlage künftig ihren eigenen Strom erzeugen und energieautark werden.  Zusätzlich wird dadurch der CO2–Ausstoß um 40.000 Tonnen im Jahr verringert werden. Wissenschaftlich begleitet wird dieses ambitionierte Projekt vom Institut für Wassergüte, Ressourcenmanagement und Abfallwirtschaft der TU Wien.


Möglich werden soll das durch eine Faulungsanlage. Bisher wird der Klärschlamm verbrannt und die freiwerdende Energie als Fernwärme genutzt. In Zukunft soll dieser in neu zu errichtenden Faulungsbehältern zum Teil in wertvolles Methangas umgewandelt werden, aus dem dann direkt bei der Anlage Strom erzeugt werden kann. Die Anlage in Wien Simmering soll damit energieautark werden und im optimalen Fall sogar Strom-Überschüsse ins Netz einspeisen.


Ein wichtiger Parameter bei diesem Faulungsprozess ist ein angestrebter hoher Feststoffgehalt des Klärschlammes. Erforscht wird derzeit, wie der Faulungsprozess in diesem dickeren Klärschlamm optimal gesteuert werden kann. Erforderlich sind Methan-Bakterien, die im konzentrierten Klärschlamm auch mit einer höheren Ammonium-Konzentration zurechtkommen.


Um Platz für die Faulungsbehälter zu schaffen, muss an der Hauptkläranlage Wien umgebaut werden: Eine Reihe von Becken soll tiefer werden um mit weniger Fläche auszukommen. Auf dem freiwerdenden Platz sollen die Faulbehälter errichtet werden.
Der Spatenstich ist für 2015 geplant. Wenn sich die Idee bewährt, die Schlammfaulung bei erhöhtem Feststoffgehalt zu betreiben, dann soll das Projekt Schule machen.


Erstellt am 07.07.2012

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